Kurz gesagt: Beim Kauf einer Immobilie in Florida zahlen Käufer keine Grunderwerbsteuer wie in Deutschland, keinen Notar und – je nach Vereinbarung – oft keine eigene Maklerprovision. Die Kaufnebenkosten in Florida liegen deshalb meist nur bei etwa 1 bis 3 % des Kaufpreises, mit Finanzierung etwas höher. Bei einer Wohnung für 1 Million US-Dollar in Miami-Dade sind das im Beispiel rund 10.700 US-Dollar beim Barkauf und rund 21.200 US-Dollar mit Finanzierung. Deutlich wichtiger für Ihre Rechnung sind die laufenden Kosten: Grundsteuer, Gebühren der Eigentümergemeinschaft und Versicherung.
Welche Kaufnebenkosten fallen in Florida an?
Die folgende Grafik zeigt ein realistisches Rechenbeispiel für eine Eigentumswohnung zum Kaufpreis von 1 Million US-Dollar in Miami-Dade – einmal als Barkauf, einmal mit einem Darlehen über 60 % des Kaufpreises.

- Titelversicherung für den Eigentümer: Sie schützt Sie dauerhaft gegen Rechtsmängel am Eigentum. Die Tarife sind in Florida staatlich festgelegt: bei 1 Million US-Dollar rund 5.075 US-Dollar. In Miami-Dade und Broward zahlt sie üblicherweise der Käufer, in vielen anderen Countys wie Palm Beach der Verkäufer.
- Title Company und Eintragung: Abwicklungsgebühr, Grundbuchrecherche, Zusatzdeckungen und die Eintragung der Eigentumsurkunde im County – zusammen meist rund 2.000 bis 2.500 US-Dollar.
- Anwalt: In Florida nicht vorgeschrieben, für Käufer aus dem Ausland aber empfehlenswert, etwa zur Prüfung von Vertrag und Kaufstruktur.
- Inspektion und Unterlagen der Eigentümergemeinschaft: Bauinspektion, Antragsgebühr der Eigentümergemeinschaft und Bescheinigungen. Bei einem Haus kommen meist eine Vermessung und eine Wind-Mitigation-Inspektion hinzu.
- Bei Finanzierung: 0,35 % Dokumentensteuer und 0,2 % Intangible Tax auf die Darlehenssumme, dazu Bearbeitungsgebühr der Bank, Bankgutachten und die Titelversicherung für die Bank.
Welche Kosten zahlt der Käufer nicht?
- Keine Grunderwerbsteuer: Die Dokumentensteuer auf die Eigentumsurkunde – 0,70 % des Kaufpreises, in Miami-Dade 0,60 % bei Einfamilienhäusern und 1,05 % bei anderen Immobilien – trägt in Florida üblicherweise der Verkäufer.
- Kein Notar: Eine notarielle Beurkundung wie in Deutschland gibt es nicht. Unterschriften werden bei Bedarf einfach beglaubigt.
- Maklerprovision: Sie ist verhandelbar und wird in vielen Fällen weiterhin vom Verkäufer übernommen. Seit August 2024 schließen Käufer aber vor Besichtigungen eine schriftliche Vereinbarung mit ihrem Makler, in der die Vergütung festgelegt ist.
Welche laufenden Kosten hat eine Immobilie in Florida?

Im Beispiel kommen pro Jahr rund 45.500 US-Dollar zusammen – das entspricht etwa 4,5 % des Kaufpreises. Die größten Posten sind:
- Grundsteuer: meist etwa 1,5 bis 2 % des Schätzwerts pro Jahr. Achtung: Nach dem Kauf wird der Wert neu festgesetzt, die Steuer des Vorbesitzers ist daher kein verlässlicher Maßstab.
- Gebühren der Eigentümergemeinschaft: In Luxusgebäuden mit Pool, Concierge und Valet-Service sind 1.000 bis 2.000 US-Dollar im Monat und mehr üblich. Bei Häusern in Wohnanlagen fallen meist deutlich geringere Gebühren an.
- Versicherung: Bei einer Wohnung versichern Sie nur Innenausbau und Hausrat – das Gebäude versichert die Eigentümergemeinschaft. Bei Häusern sind Sturm- und gegebenenfalls Hochwasserversicherung deutlich teurer.
Mehr zu Grundsteuer, Mieteinnahmen und Verkauf lesen Sie in unserem Ratgeber Steuern bei Immobilien in Florida.
Wie viel Geld brauche ich insgesamt beim Kauf?
Beim Barkauf: Kaufpreis plus etwa 1 bis 1,5 % Nebenkosten. Mit Finanzierung verlangen amerikanische Banken von ausländischen Käufern meist 30 bis 40 % Eigenkapital – bei 1 Million US-Dollar also 300.000 bis 400.000 US-Dollar plus Nebenkosten. Hinzu kommen Vorauszahlungen für Grundsteuer und Versicherung, die die Bank auf einem Treuhandkonto einbehält. Details erklärt unser Ratgeber Finanzierung in Florida.
Häufige Fragen zu Kaufnebenkosten in Florida
Gibt es in Florida eine Grunderwerbsteuer?
Nicht für den Käufer. Die Dokumentensteuer auf die Eigentumsurkunde zahlt in Florida üblicherweise der Verkäufer; sie ist aber Verhandlungssache.
Wer zahlt den Makler beim Immobilienkauf in Florida?
Die Provision ist frei verhandelbar. In vielen Fällen trägt sie weiterhin der Verkäufer; als Käufer vereinbaren Sie die Vergütung Ihres Maklers vorab schriftlich.
Sind die Kosten bei einem Haus anders als bei einer Wohnung?
Die Kaufnebenkosten sind ähnlich, bei einem Haus kommen Vermessung und zusätzliche Inspektionen hinzu. Bei den laufenden Kosten ist die Versicherung höher, die Gebühren der Eigentümergemeinschaft dafür meist niedriger. Mehr dazu unter Haus in Florida kaufen.
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Quellen und weiterführende Informationen: Florida Department of Revenue: Dokumentensteuer · IRS: FIRPTA-Einbehalt · Florida Realtors: Marktdaten
Stand: Oktober 2026. Alle Werte sind gerundete Beispiele und ersetzen keine individuelle Berechnung – gerne erstellen wir sie für Ihre Wunschimmobilie.
